Was ist eigentlich eine Power App?
14. Juni 2026 · 1 min · APPS
Low-Code heißt nicht no-control. Wann sich Power Apps lohnt — und wann du besser die Finger davon lässt.
„Das bauen wir schnell als Power App.” Diesen Satz hört man im DACH-Mittelstand inzwischen täglich. Aber was steckt eigentlich dahinter — und wo sind die Grenzen?
Zwei Welten
Power Apps kennt zwei grundverschiedene Bauformen:
- Canvas Apps: pixelgenaues Layout, du ziehst Steuerelemente frei auf eine Fläche. Ideal für aufgabenspezifische, mobile Werkzeuge.
- Model-driven Apps: Datenmodell zuerst, die UI entsteht weitgehend automatisch aus Dataverse. Stark für prozesslastige, datenzentrierte Anwendungen.
Wann es sich lohnt
Power Apps glänzt, wenn ein Fachbereich ein konkretes Problem hat, die Datenmenge überschaubar ist und Integration in Microsoft 365 zählt: eine Inspektions-App für das Tablet, ein Genehmigungsworkflow, ein Ersatz für die berüchtigte Excel-Liste auf dem Netzlaufwerk.
Wann nicht
Sobald du komplexe Transaktionslogik, hohe Lastspitzen, ausgefeilte Offline-Szenarien oder pixelgenaue Markenauftritte brauchst, arbeitest du gegen die Plattform. Dann ist eine echte Pro-Code-App die ehrlichere Wahl.
Faustregel: Power Apps löst das spezifische Problem eines Teams hervorragend. Es ist kein Ersatz für ein Produkt mit tausenden externen Nutzer:innen.
Governance nicht vergessen
Low-Code verführt zum Wildwuchs. Lege früh Umgebungen (Dev/Test/Prod), DLP-Richtlinien und eine schlanke ALM-Strategie fest — sonst hast du in einem Jahr 300 Apps und niemand weiß, welche davon produktiv sind.